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Eine kleine Geschichte des Hohenzollern-Gymnasiums

von Martin G. Hoffmann

Ein Experiment nach dem anderen 1818-1839

Alles begann am 24. November 1818: Die "Lateinische Schule" öffnete in den Räumen des 1803 säkularisierten Franzikaner-Klosters in Hedingen ihre Pforten. Bereits im April 1818 hatte Fürst Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen die Gründung dieser Schule angekündigt. Er knüpfte damit zum einen an eine Vorläuferschule an, die von etwa 1770-1806 von den Franziskanern in Hedingen betrieben wurde und die im Zuge der Säkularisation des Klosters aufgelöst worden war. Zum anderen muss man die Schulgründung im Zusammenhang der Neuordnung des Schulwesens im seit 1806 souveränen Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen sehen. 1809 hatte Fürst Anton Aloys eine Reform der Volksschulen eingeleitet. 1812 gründete er einen Stipendienfonds für die Ausbildung von Priestern, der aus kirchlichen Einkünften gespeist wurde. Dieser Fond wurde 1818 zur Finanzierung der neuen "Lateinschule" herangezogen. Damit war die noch bestehende Lücke in der staatlichen Schulbildung geschlossen, denn die neue Schule war das erste und einzige Gymnasium des kleinen Fürstentums. Man sieht dabei sehr deutlich die damals völlig selbstverständliche Verzahnung von Staat und katholischer Kirche: Es handelte sich um eine staatliche Schule unter der Aufsicht der fürstlichen Regierung, die mit kirchlichen Mitteln finanziert und vom Sigmaringer Stadtpfarrer geleitet wurde. Hauptzweck der Schule war es, sowohl den Priester- als auch den Beamtennachwuchs auszubilden. Der Gründungserlass der fürstlichen Regierung vom 02. Oktober 1818 beschreibt dies so: "Es wird ein Studienplan bekannt gemacht, dabei auf einen gründlichen und umfassenden Unterricht vorzüglich in der lateinischen und griechischen Sprache Rücksicht genommen, und was für die sittliche und geistliche Bildung der Jugend geschehen kann, sorgfältig benutzt werden." (Gruendungsurkunde_HZG.pdf25 Schüler unterschiedlichen Alters, darunter zwei "Ausländer", also Schüler aus Württemberg oder Baden, meldeten sich für das erste Schuljahr an.

Fidelis Engel, Stadtpfarrer in Sigmaringen, Rektor 1818-1824 und 1826-1844

Zwei Geistliche unterrichteten mit dem Titel "Professor" hauptberuflich als Lehrer, hatten teilweise aber auch noch Aufgaben in der Seelsorge. Der erste Rektor wurde der Stadtpfarrer und Geistliche Regierungsrat Fidelis Engel, der seine Aufsichtspflichten in der Regel durch eine Visitation am Samstag erfüllte. Nach seinem Wechsel auf die Pfarrstelle Veringendorf 1824 wurde die Stelle zunächst vom neuen Sigmaringer Stadtpfarrer Maximilian Herz ausgefüllt, doch schon 1826 wurde sie erneut von Fidelis Engel von Veringendorf aus bis 1844 versehen. 1826 genehmigte die fürstliche Regierung die ersten Schulstatuten, die vom Rektor und den Lehrern aufgestellt worden waren. Für auswärtige Schüler wurden Zimmer in der Schule bereitsgestellt und eine "Speiseanstalt" eingerichtet. Einer der beiden Lehrer wohnte im Schulgebäude und war für diesen Bereich als "Moderator" zuständig.

Der Erlass der fürstlichen Regierung von 1818 bezeichnete die Schule als "Versuch" mit "beschränkten Mitteln" (Gruendungsurkunde_HZG.pdf) und die ersten drei Jahrzehnte kann man auch getrost als Experimentierphase bezeichnen. Zunächst war das Gymnasium auf fünf Schuljahre, dann auf sechs angelegt. Der Unterricht orientierte sich  an den ehemaligen Klosterschulen, teilweise am Untericht der Gymnasien in Rottweil, Donaueschingen und Ehingen. Rektor Engel bewertete dies im Jahr 1841 rückblickend als falsche Entscheidung da dieser Unterricht nicht mehr den aktuellen fachlichen und pädagogischen Standards jener Zeit entsprach. (Schulprogramm 1841, S.) Insbesondere das Fach Latein hatte gegenüber den "Realien" (Mathematik, Erdkunde, Geschichte, Naturwissenschaften) ein enormes Übergewicht. Die Mängel zeigten sich, wenn es darum ging, auswärts die Abschlussprüfungen abzulegen und dort deutlich wurde, dass die Schülerleistungen den Anforderungen nicht genügten. Weil zudem die Finanzierung immer wieder auf der Kippe stand, die Schülerzahlen schwankten und das Lehrerkollegium chronisch unterbesetzt war, wurde die Schule zu einem vierjährigen "Progymnasium" heruntergestuft. Die Ausstattung der Schule war nicht besonders gut und wegen der hohen Unterrichtsbelastung, der vielen Zusatzaufgaben und der schlechten Bezahlung gab es einen häufigen Lehrerwechsel.

Auf sichere Grundlagen gestellt  1839-1848

Erst unter Fürst Karl (1831-1848) änderte sich die Situation ab 1837 langsam, aber grundlegend. Der Fürst ließ zunächst die Anstalt durch Präfekt Lender, den Vorstand des Konstanzer Lyzeums überprüfen (heute nennt man das wohl  "Fremdevaluation"). Dann wurde sie nach dessen Vorschlägen umgebaut: Der Lehrplan wurde grundlegend erneuert und nach dem Vorbild von Rastatt (Baden) gestaltet. So entstand ab 1839 eine siebenjährige "Vollanstalt", die humanistisch ausgerichtet war. Im Mittelpunkt standen die alten Sprachen, also Altgriechisch und vor allem Latein. Die Lehrergehälter wurden erhöht, es wurde eine dritte Klassenlehrerstelle geschaffen, für das neu eingeführte Französisch und für Mathematik wurde ein zusätzlicher Fachlehrer eingestellt und es wurde festgelegt, dass nur Lehrer beschäftigt werden durften, die ihre fachliche und pädagogische Bildung durch eine Prüfung nachgewiesen hatten. 1841 wurden neue Schulstatuten eingeführt, die sich an den Schulen in Konstanz und Dillingen orientierten. Die Ausstattung der Schule wurde durch eine im doppelten Sinn fürstliche Spende von 200 Gulden deutlich verbessert. Bereits 1825 hatte Fürst Anton Aloys der Schule die Klosterkirche Hedingen und einen Teil des Klostergebäudes geschenkt. Jetzt stellte Fürst Karl der Schule das gesamte Klostergebäude zur Verfügung, um dem Unterricht angemessen Raum zu geben. Das Schulgeld betrug zunächst 16 Gulden im Schuljahr und wurde 1864 auf 24-30 Gulden (je nach Klassenstufe) erhöht (fast eine Verdoppelung). Das entsprach etwa dem halben Monatseinkommen eines Pfarrers. Die Schule trug jetzt den wohlklingenden Namen "Fürstlich hohenzollern-sigmaringensches Gymnasium zu Hedingen". Wie damals bei Gymnasien in ganz Deutschland üblich, erschien ab 1841 jährlich ein "Schulprogramm", das einen Überblick über den Unterricht, die Schulchronik und die Schülerlisten bot. Doch trotz all dieser Verbesserungen: Bei der Mehrheit der Bevölkerung in Sigmaringen bzw. in Hohenzollern war das Gymnasium nicht besonders beliebt. Es galt als "praxisferne" Schule für Beamtensöhne, da durch das relativ hohe Schulgeld der Kreis derer, die sich den Schulbesuch leisten konnten, doch sehr beschränkt war. Besonders deutlich wurde dies, als im Jahr 1840 dem Gymnasium eine vierjährige "Realschule"angegliedert werden sollte. Der Landtag von Hohenzollern-Sigmaringen machte aber die Bewilligung der Gelder für diese Schule davon abhängig, dass das Gymnasium nichts davon erhalten dürfe. 1852 wurde die Realschule unter der preußischen Herrschaft wieder abgeschafft. Im Zuge der Umgestaltung wurde 1840 durch fürstliches Edikt (Verordnungs- und Anzeigeblatt für das Fürstenthum Sigmaringen, 1840, S. 328) die "Maturitätsprüfung" (seit 1877 "Abiturprüfung") als Abschlussprüfung eingeführt. Diese "Matura" war nicht nur Zugangsberechtigung zur Universität, sondern auch Voraussetzung zur Aufnahme in den hohenzollerisch-sigmaringensischen Staatsdienst.  Die erste Maturitätsprüfung fand im Oktober 1840 statt, allerdings mit externen Prüflingen, da in Sigmaringen noch kein Schüler die letzte Klasse durchlaufen hatte. Neben den klassischen Sprachen gehörten in jener Zeit auch Hebräisch und Französisch zum Lehrplan. Außerdem wurden die Fächer Deutsch, Geographie, Arithmetik, Naturgeschichte und Zeichnen unterrichtet. Singen wurde nicht in Klassen, sondern in gemischten Gruppen gelehrt und Turnen stand nur im Sommer auf dem Stundenplan, immerhin aber auf dem eigens im Jahr 1838 eingerichteten Turnplatz. Eine enge Zusammenarbeit mit dem fürstlich hohenzollerisch-sigmaringenschen Militär gab es ab 1843 (bis 1850) im Schwimmunterricht, der in der Militär-Schwimmschule an der Donau von Unteroffizieren erteilt wurde. Später erteilte ein Sportlehrer diesen Unterricht und das Gymnasium übernahm 1851 die Schwimmschule (bis 1939). 1844 wurde schließlich noch die bestehende Bibliothek deutlich ausgebaut und als Schulbibliothek eingerichtet. Die äußere Umgestaltung der Schule war damit komplett, die innere noch nicht ganz: Nach dem Ausscheiden von Fidelis Engel aus dem Rektorenamt 1844 gab es einen häufigen Wechsel von provisorischen Schulleitern. Dies waren Pfarrer von Nachbarorten oder Beamte der fürstlichen Regierung, die diese Aufgabe neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit wahrnahmen. Erst 1848 wurde eine eigenständige Rektorenstelle geschaffen und diese mit Dr. Roman Stelzer, einem ehemaligen Schüler des Gymnasiums (Matura 1841) besetzt. Damit lag die Schulleitung nicht mehr in geistlicher Hand, auch wenn weiterhin katholische Priester an der Schule unterrichteten. Die Einrichtung einer eigenständigen Rektorenstelle gab der neu ausgerichteten Schule endlich die Kontinuität, die für eine gute Entwicklung nötig war. Roman Stelzer blieb 26 Jahre im Amt.

 

Preußisches Gymnasium im schwäbischen Land 1848-1871

Die Revolution 1848, die in Sigmaringen heftig spürbar war, hinterließ wenig Spuren in der Schule; immerhin wurde der Unterricht in den Fächern Deutsch und Geschichte, der bisher mit sehr wenig Stunden auskommen musste, gestärkt. Rektor Dr. Stelzer begründete dies mit dem Argument, dass "wer im Staate wirken, wer die Rednertribüne auf dem Forum oder im Saale seiner Ständeversammlung mit Erfolg besteigen will (...) der deutschen Sprache gewissermaßen mächtig sein" müsse, um erfolgreich zu sein. (Schulprogramm 1848, S. V). Die Schüler mussten sich denn auch in freier Rede üben. Darüber hinaus betonte Rektor Stelzer, es sei eines "gebildeten deutschen Mannes unwürdig, mit der Geschichte seiner großen Väter nicht näher vertraut zu sein." (ebd).

Mit dem Anschluss der beiden Hohenzollerischen Fürstentümer an das Königreich Preußen im Jahr 1850 waren solche Ideen aber schnell vergessen. Aus der Schule wurde das "Königliche Katholische Gymnasium zu Hedingen bei Sigmaringen", das südlichste im Königreich Preußen. Für die Schule war dies ein wichtiger Einschnitt: Sie wurde als staatliche Anstalt ab 1852 dem Provinzialschulkollegium der Rheinprovinz in Koblenz als vorgesetzter Behörde unterstellt und ein achtes Schuljahr wurde eingerichtet. Die Lehrer kamen jetzt häufiger auch aus dem Rheinland und anderen Regionen Preußens, nicht mehr ausschließlich aus Süddeutschland. Und es galten jetzt der preußische Lehrplan, mit dem z.B. das Fach Physik neu eingeführt wurde, und die preußische Abiturprüfungsordnung von 1834. Ein Gymnasialverwaltungsrat, bestehend aus fünf, später drei Personen,  übernahm die Verwaltung des Stipendienfonds von 1812 und war von nun an bis 1929 zuständig für die Finanzen der Schule (danach fielen die Finanzen in staatliche Obhut). Der Sigmaringer Regierungspräsident wurde in die Schulaufsicht einbezogen, da die Behörde in Koblenz doch weit entfernt war. Wenn auch die fürstliche Regierung als Schulaufsicht nicht mehr existierte, so unterstützte die Familie des Fürsten von Hohenzollern die Schule weiterhin durch großzügige Spenden. Bei vielen Schulveranstaltungen waren Mitglieder der fürstlichen Familie anwesend. Sehr großen Wert wurde auf strengste Schulzucht gelegt, die Schüler mussten sogar für die Ferien ein pfarramtliches Führungszeugnis beibringen.  Ab 1860 wurde am Gymnasium evangelischer Religionsunterricht erteilt, da die Kinder der nach Sigmaringen versetzten preußischen Beamten meist evangelisch waren. Trotzdem blieb das Hedinger Gymnasium eine katholische Schule mit nur wenigen evangelischen Schülern. Dieser katholische Charakter wurde noch verstärkt, als 1856 das Fideliskonvikts durch Pfarrer Thomas Geiselhart gegründet wurde. Dieses "Seminarium Fidelianum", später "Erzbischöfliches Knabenseminar für Hohenzollern" sollte dem Priesternachwuchs aus Hohenzollern die Möglichkeit einer gymnasialen Ausbildung zu geben. Viele "Fidelianer" strebten das Priesteramt an, in späteren Jahren war aber dies keine zwingende Voraussetzung zur Aufnahme. Die Zöglinge des Konvikts besuchten alle das Hedinger Gymnasium. Damit war auch das seit 1818 nie zur vollen Zufriedenheit gelöste Unterkunftsproblem für das Gymnasium weitgehend behoben. Bis zur Schließung des Konvikts, das zuletzt den Namen "Erzbischöfliches Studienheim St. Fidelis" trug, im Jahr 2003 blieb diese enge Verbindung mit dem Gymnasium bestehen.

Dr. Roman Stelzer, Direktor 1848-1876

 

Katholische Schule im protestantischen Reich 1871-1918

Es ist auffällig, dass die Reichsgründung 1871 im Schulprogramm des Jahres 1870/71 mit keinem Wort erwähnt wurde. Auch die Aufsatzthemen, die sonst sehr gern eine patriotische Färbung hatten, nahmen darauf keinen Bezug, ebenso spielte der 1870er-Krieg praktisch keine Rolle. Nur der alljährlich gefeierte Geburtstag des Königs von Preußen wurde jetzt eben als Kaisergeburtstag begangen. Doch das neue "Deutsche Reich" hinterließ an anderer Stelle umso heftiger seine Spuren. Ganz allmählich rückt die Auseinandersetzung um die konfessionelle Ausrichtung der Schule in den Mittelpunkt des Geschehens. In Hohenzollern als traditionell katholischem Land wurde der Kulturkampf, in welchem die preußische Regierung unter Bismarck den Einfluss der katholischen Kirche zurückdrängen wollte sehr heftig ausgetragen. Und das "Katholische Gymnasium" war einer der Brennpunkte dieses Kampfes. Zum Schulleben gehörten seit der Schulgründung regelmäßige Schulgottesdienste, auch die Sakramentenvorbereitung und die Feier der Sakramente (vor allem Beichte und Erstkommunion) fanden im Rahmen des Schulunterrichts statt und mit der Hedinger Kirche verfügte das Gymnasium sogar über ein eigenes Gotteshaus. Seit 1855 gab es am Gymnasium zwei "Marianische Kongregationen", die von den Jesuiten in Gorheim geleitet wurden (bis die Jesuiten Deutschland 1872 verlassen mussten). Die in diesen Kongregationen organisierten Schüler trafen sich regelmäßig zu Gottesdiensten und Gebeten, was der Schulbehörde zunehmend ein Dorn im Auge war. Und immer wieder kamen der Direktor und Lehrer in Konflikt mit der vorgesetzten Behörde, weil sie in religionspolitischen Fragen keine "zufriedenstellende" Haltung an den Tag legten. Der kath. Priester Dr. Johann E. Maier, selbst Abiturient des Gymnasiums und seit 1858 als Lehrer an der Schule tätig, war 1874 wegen eines öffentlichen Wahlaufrufs für die katholische Zentrumspartei gerügt worden. im April 1875 wurde er wegen einer politischen Predigt nach dem "Kanzelparagraphen" zu einem Monat Festungshaft verurteilt, mit der Folge, dass er vom Dienst suspendiert und 1876 endgültig aus dem preußischen Staatsdienst entlassen wurde. Er ging in die Politik und war von 1876-1884 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und von 1877-1884 Mitglied des Deutschen Reichstages (Wahlkreis Sigmaringen) für die Zentrumspartei. Direktor Dr. Stelzer, der sich zwar politisch nicht engagierte, dessen entschiedene katholische Haltung aber kein Geheimnis war und dem in den Jahren zuvor von der Schulbehörde immer eine hervorragende Arbeit bescheinigt wurde, musste sich im Juni 1875 einer dienstlichen Überprüfung durch den Provinzialschulrat unterziehen, die seine gesamte bisher geleistete Arbeit in Frage stellte. Es folgte ein Streit mit der Behörde in Koblenz, in dessen Verlauf Fürst Karl Anton sich als Fürsprecher Dr. Stelzers betätigte und die Sache sogar dem Kaiser vortrug. Da Stelzer letztlich keine dienstliche Verfehlung nachgewiesen werden konnte, wurde ihm die Versetzung an eine protestantische Schule in Ostpreußen angekündigt, worauf hin er selbst 1876 mit 56 Jahren um Versetzung in den Ruhestand ersuchte und Sigmaringen verließ. Seinen Lebensabend verbrachte er in Würzburg. Ebenfalls wegen seiner katholischen Haltung versetzt wurde Oberlehrer Lichtschlag. Weil das Fideliskonvikt als kirchliche Anstalt ab 1873 keine neuen Zöglinge aufnehmen durfte, führte dies zu einem spürbaren Rückgang der Schülerzahlen. Auch beklagten viele katholische Eltern das "vernachlässigte" und zu wenig ausgeprägte religiöse Leben an der Schule und verzichten darauf, ihre Kinder auf das Gymnasium zu schicken. Waren es 1871 noch über 200 Schüler, besuchten im Jahr 1884 nur noch 84 Schüler das Gymnasium. Erst die Beendigung des Kulturkampfes und die Wiedereröffnung des Fideliskonviktes im Jahr 1886 änderten die Situation und führten zu einem erneuten und sehr schnellen Wachstum der Schule. Am 01. April 1884 wurde der Ortsname Hedingen aus dem Schulnamen gestrichen, vor allem um eine Verwechslung mit dem inzwischen in Hechingen gegründeten zweiten Gymnasium in Hohenzollern zu vermeiden. Die Schule hieß jetzt "Königliches Katholisches Gymnasium zu Sigmaringen", in Sigmaringen blieb aber der Name "Hedinger Gymnasium" präsent. 1892 kam das Fach Englisch neu in den Lehrplan, führte jedoch gegenüber dem Fach Latein ein kümmerliches Dasein. Wie anderenortes in Deutschland auch, besuchten zu jener Zeit nur sehr wenige Schüler eines Jahrgangs das Gymnasium. (heute sind es in Sigmaringen im Schnitt etwa 40%, in Großstädten noch deutlich mehr). Im Vergleich zur heutigen Zeit herrschte eine strenge "Schulzucht", die Schulordnung regelte nicht nur das Verhalten der Schüler in der Schule, sondern auch außerhalb der Schule wie z.B. die pdf Schulordnung vom 01.07.1884 (3.7 MB) zeigt. Viele Schüler stammten allerdings nicht aus Sigmaringen, sondern sie kamen aus ganz Hohenzollerns und auch aus Nachbargemeinden in Württemberg oder Baden. Sofern Sie nicht im Fideliskonvikt untergebracht waren, wohnten sie als Kostgänger bei Sigmaringer Familien. Hier übernahm der Direktor teilweise auch die Aufgaben des Erziehungsberechtigten, so dass sich die strengen Regeln erklären lassen.

Da das alte Klostergebäude, in dem die Schule untergebracht war, über die Jahre in einen sehr schlechten Zustand geraten war und der benachbarte Friedhof ein Problem für die Wasserversorgung darstellte,  wurde ganz in der Nähe am Fuß des Josefsbergs in den Jahren 1891-1893 ein neues Schulgebäude errichtet. Am 25. September 1893, zur 75-Jahr-Feier, wurde der Neubau bezogen. In diesem Gebäude, das 1961, 1971 und 2009 erweitert wurde, ist heute die Theodor-Heuss-Realschule untergebracht.

Postkarte zur 100-Jahr-Feier des Sigmaringer Gymnasiums (diese fand wegen des 1. Weltkrieges erst 1920 statt)
Zu sehen ist das 1893 fertiggestellte Schulhaus (heute Theodor-Heuss-Realschule), im Kreis links unten
das alte Schulgebäude im Hedinger Kloster, wo das Gymnasium von 1818-1893 untergebracht war.
(Q: Festschrift zur 150-Jahr-Feier des Staatlichen Gymnasiums Sigmaringen, Sigmaringen 1968)

1895 fand am Hedinger Gymnasium - rückblickend betrachtet - eine Sensation statt. Die Zeitgenossen dagegen sahen das ganz anders: Dem "Donauboten" bot das Ereignis einen willkommenen Anlass zu einem flammenden Artikel gegen die Gleichberechtigung der Frau, dem Direktor Dr. Eberhard war es im Jahresprogramm des Gymnasiums, dem Ort des Geschehens, nur eine kleine Randbemerkung wert. Was war geschehen? Im Jahr 1895 legte Hildegard Wegscheider (damals noch unter ihrem Geburtsnamen Ziegler) aus Breslau als erste Frau in Preußen und vielleicht in ganz Deutschland ihr Abitur an einem regulären Gymnasium ab. Für die evangelische Pfarrerstochter gehörte sicher Mut dazu, sich dieser Herausforderung zu stellen. Es handelte sich um eine Schulfremdenprüfung, da Mädchen am Gymnasium nicht als Schülerinnen zugelassen waren. Für Mädchen gab es Oberschulen ("Höhere Töchterschule" oder "Lyzeum" genannt), doch entsprachen diese in der Regel dem Umfang eher der Sekundarstufe I bzw. einer heutigen Realschule. Auch war Frauen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts (in Preußen sogar bis 1908) der reguläre Zugang zur Universität nicht gestattet. Hildegard Wegscheider/Ziegler erhielt die Sondergenehmigung zur Abiturprüfung vor allem, weil in Berlin Helene Lange bereits eine Klasse Mädchen mit staatlicher Genehmigung auf das Abitur im Jahr 1896 vorbereitete und die Prüfung in Sigmaringen eine Art "Probelauf" darstellte. Das Hedinger Gymnasium war deswegen zu der Ehre gekommen, weil es das südlichste preußische Gymnasium war und Hildegard Wegscheider/Ziegler zu jener Zeit nach erfolgreicher Lehrerinnenausbildung in Zürich an der Universität studierte, was dort ohne Abitur möglich war. So wollte man ihr eine zu weite Anreise ersparen. Sie wurde in Sigmaringen freundlich empfangen, aber den Schülern des Gymnasiums war jeder Kontakt zu ihr strikt untersagt worden.Trotzdem haben die Abiturienten sie heimlich (per Post von Nachbardörfern) vor der mündlichen Prüfung mit allen wichtigen Informationen aus dem Unterricht versorgt. Sie bestand die Prüfung, ging an eine deutsche Universität und war eine der ersten Frauen in Deutschland, die promoviert wurde (1898, Universität Halle). 1900 gründete sie in Berlin eine private Mädchenschule mit gymnasialem Zug. Ihr Leben lang blieb sie als Lehrerin, später in der Weimarer Republik als Schulrätin und bekannte SPD-Politikerin eine Vorkämpferin für die Frauenbildung. 1952 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

1905 wurde das erste Schulorchester gegründet und 1910 das neunte Schuljahr eingeführt. Im ersten Weltkrieg hatte die Schule mit großem Unterrichtsausfall zu kämpfen, da viele Lehrer zur Armee eingezogen waren. Auch viele Abiturienten und Schüler der Oberklassen hatten sich freiwillig gemeldet, der Jüngste war noch keine 15 Jahre alt! Dementsprechend hatte die Schule einige Kriegstote zu beklagen. Im Verlauf des Krieges wurde vor allem der Brennstoffmangel zu einem großen Problem. Die 100-Jahrfeier wurde wegen des allgemeinen Mangels erst im Jahr 1920 mit großer Feierlichkeit nachgeholt.

Demokratische Neuerungen 1918-1933

Die Novemberrevolution fiel für die Sigmaringer Gymnasiasten in eine unfreiwillige Unterrichtspause. Wegen der verheerenden Epedemie der "Spanischen Grippe", die auch in Sigmaringen Todesopfer forderte, wurde die Schule im Oktober/November 1918 vier Wochen lang geschlossen. Durch die  Ausrufung der Republik am 9.11.1918 wurde die Schule zum "Staatlichen Katholischen Gymnasium zu Sigmaringen". Nach den neuen Gesetzen wurden Elternbeiräte (ab 1919) und eine Schülerselbstverwaltung (ab 1921) eingeführt. Die Lehrer hielten dieses "demokratische Spektakel für kropfunnötig" (Kuhn, S. 52). Direktor Dr. Fischer schrieb 1925: "Man könnte die Einrichtung wegen des Vergnügens, das sie bereitet, ruhig bestehen lassen, obwohl sie nicht gerade einem Bedürfnis entspricht." Außerdem wurde im Jahr 1924 das erste Mädchen regulär als Schülerin in die Schule aufgenommen. Im Zuge der Richertschen Gymnasialreform von 1924/25 wurde die Schule zu einem  "altsprachlichen Gymnasium". Paradoxerweise verlor Latein dabei allerdings Stunden und die Hinübersetzung ins Lateinische im Abitur wurde abgeschafft.  Der verbindliche Unterricht konnte durch freiwillige Arbeitsgemeinschaften ergänzt werden. Von 1924-1930 gab es regelmäßige Arbeitsgemeinschaften u. a. in Englisch, Italienisch, Philosophie, Literatur, Physik und Erdkunde. Der - für die meisten Lehrer empörende - Wunsch des Elternbeirates nach einem neusprachlichen Zug lief ins Leere, nachdem das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg damit drohte bei Abschaffung des altsprachlichen Gymnasiums das Konvikt zu schließen. Das Inflationsjahr 1923 ging auch an der Schule nicht spurlos vorüber. So fragte am 19. November 1923 Direktor Dr. Fischer bei der Schulbehörde an, in welcher Höhe das Schulgeld für die zweite Novemberhälfte eingezogen werden solle. Er fügte erklärend hinzu: "In der ersten Novemberhälfte haben wir sechs Milliarden Mark von jedem Schüler erhoben." Auch wenn die Summe nicht immer so exorbitant hoch war: Bis nach dem 2. Weltkrieg mussten die Schüler das obligatorische Schulgeld in Höhe von 120 RM bezahlen, was für viele Familien eine große Belastung bedeutete. Auf Drängen von Direktor Kurfess wurde 1929 der Verwaltungsrat für die Schulfinanzen aufgelöst, weil infolge der Inflation vom Kapital des Studienfonds "nur noch ein paar hundert Mark" übriggeblieben waren. Wahrscheinlich lag es im Trend der Zeit, dass sich in den 20er-Jahren eine ganze Reihe von Jugendbewegungen entwickelten, die kulturell, religiös und/oder politisch sehr aktiv waren. Am Gymnasium hatte unter anderen der katholische Bund Neudeutschland viele Mitglieder. In dieser Zeit bildete sich auch der "Hedinger Bund", ein Verein der vor allem für ehemalige Schüler eine Verbindung zu ihrer alten Schule ermöglichen wollte. Man kann darin den Vorläufer des 1967 gegründeten "Vereins der Freunde des Gymnasium Sigmaringen" (Förderverein) sehen, der heute noch existiert. (s. dazu: Verein der Freunde des HZG)

Bis ins Mark verändert - Die Schule im "tausendjährigen" Reich 1933-1945

Die Machtübernahme Adolf Hitlers am 30.1.1933 hatte direkte Auswirkungen auf das Gymnasium. Wie überall im Deutschen Reich wurden auch in Sigmaringen die Schulen "gleichgeschaltet". Das Führerprinzip wurde eingeführt, die Lehrerkonferenz hatte nur noch beratende Funktion. Die Lehrer mussten schon 1933 einen Ariernachweis vorlegen und wurden 1934 auf den "Führer und Reichskanzler Adolf Hitler" persönlich vereidigt. Das Gymnasium mit seiner langen humanistischen Tradition wurde trotz großen Protesten aus Sigmaringen 1937 zu einer "neusprachlichen Oberschule für Jungen" umgestaltet, die mit Sondergenehmigung auch Mädchen aufnahm. "Oberschule" bzw. ursprünglich "Oberrealschule" bezeichnete seit dem Jahr 1900 den neusprachlichen Gymnasialtyp, während die Bezeichnung "Gymnasium" dem altsprachlichen Typ vorbehalten war. Im Jahr 1937 wurden aus politischen Gründen im ganzen Deutschen Reich viele Gymnasien in Oberschulen umgewandelt. Griechisch wurde ganz abgeschafft, Latein reduziert, dafür Englisch als erste Fremdsprache installiert und die Schulzeit um ein Jahr gekürzt (also das 8jährige Gymnasium eingeführt). Mit Verfügung vom 20.3.1940 wurde der Religionsunterricht in den oberen vier Klassen abgeschafft, um "eine Überbelastung der Schülerinnen und Schüler durch den Kriegseinsatz der Schuljugend und durch sonstige kriegswichtige Maßnahmen zu vermeiden." Die Quellenlage für das Sigmaringer Gymnasium ist für die Jahre zwischen 1930 und 1945 allerdings dürftig, und bisher gibt es auch noch keine sorgfältige Aufarbeitung der vorhandenen Quellen. Ernst Wagner greift in seiner Schulchronik von 1961 vor allem auf die persönlichen Erinnerungen seiner Kollegen zurück, die zwangsläufig nur einen eingeschränkten Blick erlauben.Wie überall im Reich versuchte auch in Sigmaringen, die Hitlerjugend  Einfluss auf die innere Gestaltung des Schullebens zu nehmen, bis hin zur Versetzungsentscheidung bei Schülern. So wurden Nichtmitgliedern z.B. Erziehungsbeihilfen gestrichen und die Hitlerjugend erstellte Gutachten über die "Bewährung" von Jugendlichen, die bei der Anmeldung zur Reifeprüfung beigelegt wurden. Die Auswirkungen zeigten sich auch in Sigmaringen sehr schnell: So berichtete der "Völkische Beobachter" (Württemberg. Expressausgabe) vom 28.12.1935, dass 90 % der Schüler des Gymnasiums der Staatsjugend angehören und die Schule damit das Recht habe, die Fahne der HJ zu hissen. Diese hohe Quote kam, wie der Zeitungsartikel betont, auch durch die "rastlose persönliche Einwirkung" des Studienrates Hilger zustande. Dessen Werbemethoden führten im Februar 1936 zu einem scharfen Protest durch Generalvikar Rösch vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg beim Sigmaringer Regierungspräsidenten mit der Folge, dass an der Schule Werbemethoden untersagt wurden, die die "religiösen Gefühle von Schülern und Eltern verletzen." Für die einzige jüdische Schülerin des Gymnasiums, Lisa Mathilda Frank, stetzte sich jedoch keiner ein: Nachdem sie zunehmend ausgegrenzt wurde, verließ sie am 31.10.1935 in der Unterprima (12. Klasse) wegen des stetig wachsenden Drucks die Schule ohne Abschluss; die Familie emigrierte später in die USA. Zu ihrem Abgang wurde in den Schulakten nichts vermerkt. Sicher gab es auch Gegner des NS-Regimes im Lehrerkollegium. Ein Beispiel ist der Musik- und Religionslehrer Hubert von Lassaulx, der im Schulalltag offen an den Prinzipien von Humanität und Christentum festhielt, bis er gehen musste, weil er den Nazis zu gefährlich wurde. Er war aber eher die Ausnahmeerscheinung im Kollegium. Die Rolle, die Schulleiter Studiendirektor Albert Thiesen in dieser Zeit spielte, ist nicht immer klar. Im 2. Weltkrieg wurden Schüler immer mehr als Erntehelfer oder für andere Aktionen eingesetzt. Ab 1943 wurden 15- und 16-jährige aus Sigmaringen als Luftwaffenhelfer im Raum Stuttgart verwendet. Wegen Brennstoffmangels gab es bereits ab Anfang 1940 immer wieder Kohleferien. Und weil die jüngeren Lehrer alle zum Kriegsdienst  eingezogen wurden, mussten bereits pensionierte Lehrer wieder reaktiviert werden. Die alten Herren hatten es nicht immer leicht mit den jungen Schülern - und umgekehrt.

Zurück zu den Wurzeln 1945-1975

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands und der Besetzung Sigmaringens durch französische Truppen im April 1945 wurde bereits im Sommer 1945 mit Erlaubnis der französischen Militärregierung der Unterricht wieder aufgenommen. Studiendirektor Albert Thiesen wurde von der Besatzungsmacht seines Amtes enthoben und aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft als einfacher Studienrat ans Gymnasium Hechingen strafversetzt. Nach einem erfolgreich wiederaufgerollten Entnazifizierungsverfahren konnte er nach dem Tod seines Nachfolgers im Jahr 1950 aber erneut die Stelle des Schulleiters in Sigmaringen einnehmen. Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Schulleiter, Studiendirektor Karl Braitsch war aus Ratibor in Schlesien (heute Racibórz/Polen) vertrieben worden. Braitsch war in Mengen geboren, hatte aber sein Berufsleben in Schlesien verbracht und war dort mit den NS-Machthabern in Konflikt geraten, was ihm eine Strafversetzung einbracht hatte. Neben ihm gab es noch andere Lehrer die ebenfalls Vertriebene waren, ebenso kam eine größere Anzahl von Schülern aus heimatvertriebenen Familien. Die Lehrerschaft strebte danach, den alten Status eines "altsprachlichen und humanistischen" Gymnasiums wiederzuerlangen, was auch bereits im Januar 1946 gelang. Während der französischen Besatzungszeit wurde die 9. Klasse (also das 13. Schuljahr)  wieder eingeführt und aus der "Oberschule für Jungen" wurde das "Staatliche Gymnasium Sigmaringen". Der alte Zusatz "katholisch" fehlte im neuen Namen. Neben den alten Sprachen wurde auch ein "realgymnasialer" (neusprachlicher) Zug eingerichtet, der 1954 durch einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zug ergänzt wurde. Das Abitur in den ersten Jahren nach dem Krieg wurde nach den strengen Regeln des französischen Zentralabiturs abgelegt. Nach der Auflösung Preußens (1947) und der Gründung des neuen Bundeslandes Württemberg-Hohenzollern (das 1952 in Baden-Württemberg aufging) blieb das Gymnasium - ebenso wie das ebenfalls preußische Hechinger Gymnasium - in Trägerschaft des Landes. Dies war sehr ungewöhnlich, da alle anderen Gymnasien in kommunaler Trägerschaft standen. Die vorgesetzte Schulbehörde war von nun an (und ist bis heute) in Tübingen. Zwei Anbauten 1961 und 1971 sollten mehr Platz für die stetig wachsende Schülerzahl schaffen. Doch die Bildungspolitik Ende der 60er- und in den 1970er-Jahren und die Geburtenzahlen führte rasch dazu, dass nur durch einen Neubau der große Andrang an Schülern bewältigt werden konnte. Für das Staatliche Gymnasium wurde dies ein tiefer Einschnitt in dreifacher Hinsicht.

Aufbruch an neuem Ort - seit 1975

Zum einen wurde im Jahr 1975 die Stadt Sigmaringen der Schulträger. Gleichzeitig wurde der Name in "Hohenzollern-Gymnasium" geändert und schließlich bezog die Schule das neue (dritte) Gebäude an der Hohenzollernstraße auf dem Sandbühl. Damals besuchten ca. 960 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium. Neben diesen äußerlichen Veränderungen vollzog sich aber der vielleicht tiefste Wandel der Schule seit ihrer Gründung. Im Zuge der "68er-Bewegung" setzte erstmals (und eben nicht 1918 oder 1945) eine "echte Demokratisierung" der Schule ein. Gleichzeitig stieg der Zustrom zum Gymnasium massiv an, das Gymnasium öffnete sich für neue Bevölkerungsschichten. Die Mädchen begannen langsam aber stetig, sich einen Platz in den Schulbänken zu erkämpfen. Die Schule verlor einen Teil der bisher als "selbstverständlich" erachteten Autorität und musste neue Formen des Umgangs zwischen Schülern und Lehrern finden. Wie alle Gymnasien setzte auch das Sigmaringer Gymnasium in den 1970er Jahren die Oberstufenreform um, in der Leistungs- und Grundkurse eingeführt wurden, und die inzwischen schon mehrfach reformiert wurde. Auch die Profile wurden immer wieder neu justiert, so dass sich allmählich die heutige Form der Schule herausbildete. Sehr wichtig wurde die Einrichtung eines Musikprofils im Jahr 1976. Nur wenige Schulen in Baden-Württemberg bieten Musik als Hauptfach an. Anstelle der altsprachlichen Ausrichtung trat ein "sprachliches Profil", aber in der Form des sogenannten "Biberacher Modell", d.h. anstelle von Englisch als 1. Fremdsprache konnte auch Latein als 1. Fremdsprache in Klasse 5 gewählt werden. Auch diese Besonderheit hatten nur wenige Schule im Land. Und Altgriechisch konnte bis zur Pensionierung des letzten Griechisch-Lehrers im Jahr 2009 noch als freiwillige Arbeitsgemeinschaft gewählt werden. Infolge der geburtenstarken Jahrgänge stieg die Schülerzahl bis 1980/81 auf ca. 1100 Schüler/innen an, die in 43 Klassen unterrichtet wurden. Bis 1992/93 ging die Zahl durch den allgemeinen Geburtenrückgang auf ca. 500 zurück. Danachgab es wieder eine Steigerung, so dass im Jahr 2010 ca. 650 Schülerinnen und Schüler die Schule besuchten, wobei die Mädchen inzwischen leicht in der Mehrzahl waren. Auch das ehemals rein männliche Lehrerkollegium wurde etwa zur Hälfte durch Frauen ergänzt. Im Schuljahr 2009/10 unterrichteten 53 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule. Mit dem Schuljahr 2004/05 wurde das achtjährige Gymnasium ("G8") eingeführt. Mit der Einführung des G8 wurden die Profile neu strukturiert, das Fach "Naturwissenschaft und Technik" neu eingeführt und die Schulen bekamen die Möglichkeit, im Rahmen einer "Kontingentstundentafel" eigenständig Schwerpunkte in der Stundentafel zu setzen. Als erste Fremdsprache wird Englisch unterrichtet, das die Schüler bereits in der Grundschule haben. Aufgrund der bestehenden Traditionen legte das HZG den Beginn der zweiten Fremdsprache, die Französisch oder Latein sein kann, in Klasse 5, auch dies eine Besonderheit, die nur von relativ wenigen Schulen in Baden-Württemberg umgesetzt wurde. Das Gymnasium bietet drei Profile an: Zunächst das sprachliche Profil, das ursprünglich nur von Lateinschülern gewählt werden konnte, da das Profilfach "3. Fremdsprache" Französisch war. Durch die Einführung des Faches Spanisch als Profilfach im Jahr 2011 wurde dieses Profil auch für die Schüler mit Französisch als zweiter Fremdsprache zugänglich. Daneben gibt es das naturwissenschaftliche Profil (Englisch/Latein oder Englisch/Französisch, Profilfach: Naturwissenschaft und Technik) und das Musikprofil (Englisch/Latein oder Englisch/Französisch, Profilfach: Musik). Mehr als die Hälfte aller Schüler sind in einem musikalischen Ensemble der Schule (Chor oder Orchester) aktiv. Im naturwissenschaftlichen Bereich verfügt die Schule seit 2004 über ein mikrobiologisches Labor. Sie übernimmt damit die Rolle eines naturwissenschaftlichen Kompetenzzentrums, das von vielen Schulen in der Region genutzt wird. Im Schuljahr 2005/06 wurde das HZG zur ersten Sigmaringer Schule in städtischer Trägerschaft mit Ganztagesbetreuungsangebot und einer Cafeteria, die auch einen Mittagstisch anbietet. Seit dem Schuljahr 2009/10 wurde das Angebot in diesem Bereich erweitert und  das HZG wurde zu einer "Ganztagesschule mit offenem Angebot". Im Jahr 2015 wurde - als Vorgriff auf den neuen Bildungplan 2016 - der Beginn der 2. Fremdsprache von der 5. in die 6. Klasse verlegt. Im Jahr 2006 bekam die Schule mit Oberstudiendirektorin Marlis Schmitt-Sickinger die erste Schulleiterin in ihrer langen Geschichte. Gleichzeitig mit dem Schulleiterwechsel im Jahr 2016 wurde in Kl. 5 und 6 der neue Bildungsplan in Kraft gesetzt.

Was bleibt...

Im Lauf der Jahrzehnte haben am HZG einige Tausend Schülerinnen und Schüler ihr Abitur abgelegt und so den Grundstock für ein erfolgreiches Leben gelegt. Auch haben viele Lehrer an der Schule gewirkt. Die folgenden Personen waren entweder Schüler oder Lehrer am Gymnasium in Sigmaringen, manche auch beides. Sie alle haben gemeinsam, dass sie es aufgrund eines Amtes oder wegen ihrer Lebensleistung als "Persönlichkeit von überregionaler Bedeutung" in die Lexika der Welt geschafft haben. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit (auch hier ist, zumindest für die jüngere Vergangenheit,  noch Forschungsarbeit nötig) und ohne jede Wertung seien hier in alphabetischer Reihenfolge genannt:

Gregor Amann (*1962), Mitglied des Bundestages (2005-2009, SPD, Wahlkreis Frankfurt/M. 1)

Prof. Dr. Franz Xaver Bantle (1928-1980), Prof. für Dogmatik, Universität Augsburg

Ernst-Reinhard Beck (*1945) Mitglied des Bundestages (seit 2002, CDU,  Wahlkreis Reutlingen).

Dr. Alfons Bilharz (1836-1925), Philosoph, Schriftsteller und Arzt, Direktor am Fürst-Karl-Landesspital.

Dr. Theodor Bilharz (1825-1862), Arzt, Entdecker der Bilharziose (nach ihm ist die Bilharz-Schule in Sigmaringen benannt).

Gustav Bregenzer (1850-1919), Hofmaler in Sigmaringen.

P. Dr. Fidelis Buck SJ (*1916), Professor für alttestamentliche Exegese am Regis College, Willowdale, Ontaria, Canada.

Lambert Bumiller (1852-1908), Dekan, Mitglied des Reichstages (1893-1906, Zentrum, Wahlkreis Sigmaringen)

Prof. Dr. Franz Xaver Dieringer (1811-1876), Professer für Dogmatik an der Universität Bonn; Mitglied der Nationalversammlung in der Paulskirche 1848, Domkapitular in Köln.

P. Ansgar Dreher, OSB (1912-1990), Bildhauer, Mönch in der Abtei Beuron.

Prof. Dr. Dr. Theodor Dreher (1836-1891), Professor an der Universität Freiburg und Domkapitular im Erzbistum Freiburg.

Matthias Eberhard (1871-1944), Landrat in Mühlheim; preuß. Verwaltungsjurist.

Fidelis Engel (1769-1853), Erster Rektor des Hedinger Gymnasiums, Geistlicher Regierungsrat, Erzbischöflicher Kommisär für Hohenzollern. Redner der Huldigungsfeier 1850.

Reinhold Frank (1896-1945), Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer und Opfer des NS-Regimes.

Dr. Anton Gabele (1890-1966) Schriftsteller.

Fidelis Graf (1827-1901), Amtsgerichtsrat, Mitglied im preuß. Abgeordnetenhaus,  Mitglied des Reichstages (1884-93, Zentrum, Wahlkreis Sigmaringen)

Josef Henselmann (1898-1987), Bildhauer, Präsident der Kunstakademie München.

Prof. Dr.  Lothar Henselmann (*1933), Kardiologe, TU München

Franz Xaver Hodler (1855-1922) Richter, Schriftsteller und Heimatforscher.

Dr. Konstantin Holl (1869-1919), kath. Priester, Schriftsteller.

Richard Lauchert (1823-1868) Hofmaler in Berlin, zu seiner Zeit einer der beliebtesten Porträtmaler in adeligen Kreisen.

Dr. Hans Kayser (1891-1964) Kunst- und Musiktheoretiker, Begründer der harmonikalen Grundlagenforschung im 20. Jhdt.

P. Ambrosius (Christian) Kienle OSB (1852-1905), "Reformer der Kirchenmusik", Hymnologe und Choralforscher, Mönch in der Abtei Beuron.

Winfried Kretschmann (*1948), Ministerpräsident von Baden-Württemberg (seit 2011, GRÜNE)

Karl Kardinal Lehmann (*1936) Professer für Dogmatik an den Universitäten Mainz und Freiburg, Bischof von Mainz (seit 1983),  Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz (1987-2008)

Dr. Johann E. Maier (1833-1899), Mitglied im preußischen Abgeordneten haus, Mitglied des Reichstages (1877-1884, Zentrum, Wahlkreis Sigmaringen).

P. Gregor Molitor, OSB, (1867-1926), Kirchenmusiker, Prior im Kloster Beuron.

Sigurd Rakel, (*1943), Künstler, Maler, Galerist.

Prof. Dr. Marius Reiser (*1954), Professor für Neues Testament an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Lothar Riebsamen (*1957), Mitglied des Bundestages (seit 2009, CDU, Wahlkreis Bodensee)

Dr. Dr. Adolf Rösch (1869-1962), Mitglied im badischen Landtag, Generalvikar der Erzdiözese Freiburg.

Prof. Dr. Bernhard Schäfer (1941-1926), Professor für Exegese an den Universitäten Münster und Wien.

Johannes Schmid (1891-1968) Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung.

P. Dionysius Schuler O.F.M. (1854-1926), 106. Generalminister des Franziskanerordens (1903-1911), Titularerzbischof von Nazianz.

Prof Dr. Dr. Friedrich Stegmüller (1902-1981), Professor für Dogmatik an den Universitäten Würzburg und Freiburg.

Gustav Steidle (1873-1944) Kunstmaler.

Dr. Roman Stelzer (1821-1879), Direktor des Hedinger Gymnasiums während des Kulturkampfs.

Joseph Stöckle (1844-1893), Altphilologe und Schriftsteller, Begründer des Scheffelbundes in Deutschland.

Prof. Dr. Heinrich Straubinger (1878-1955), Professor für Apologetik und Religionswissenschaft an der Universität Freiburg. Päpstlicher Hausprälat.

Dr. Hildegard Wegscheider (1871-1953), SPD-Politikerin, Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus, Schulreformerin, Frauenrechtlerin.

Prof. Dr. Anton Vögtle (1910-1996) Professor für neutestamentliche Exegese an den Universitäten Trier und Freiburg, Domkapitular und Ehrendomherr in Freiburg.

Der Autor ist Historiker und Theologe, von 2007-2016 stv. Schulleiter, seit 2016 Schulleiter am HZG.


Kommentierte Literaturhinweise und Quellennachweis:

A: Überblicksdarstellungen:

Die bis heute wichtigste und grundlegendste Schrift für die Geschichte des HZG (bis 1961) stammt aus der Feder des ehemaligen stv. Schulleiters Ernst Wagner. (Wagner, Ernst: Das Gymnasium in Sigmaringen 1818-1961, Sigmaringen 1961), Dieser hat neben den im Schularchiv und im Staatsarchiv Sigmaringen zugänglichen Quellen auch die Quellen der vorgesetzten Schulbehörde in Koblenz ausgewertet.

Festschrift zur Hundertfünfzigjahrfeier des Staatlichen Gymnasiums Sigmaringen, 28.-30.6.1968

Festschrift zur Einweihung des Hohenzollerngymnasiums Sigmaringen, 03.10.1975, darin vor allem: Kuhn-Refuß, Maren: Unterricht und Erziehung am Gymnasium während des 19. Jhdts, S. 52-67 und Mühlebach, Josef: Bedeutende Persönlichkeiten aus dem Studiengang am Gymnasium Hedingen-Sigmaringen, S. 87ff. Der selbe Text findet sich auch in: Hohenzollerische Heimat 26, 1976, S. 13-14 und S. 27-30, zugänglich im Internet auf www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de und Frick, Alex: Erinnerungen aus der "guten alten Zeit",  S. 32-35.

Kuhn, Werner: 175 Jahre Gymnasium Sigmaringen, Festvortrag am 3.10.1993 in der Sigmaringer Festhalle, in : Hohenzollerische Heimat 43, 1993, S. 49-53.
zugänglich im Internet auf www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de

Im Sigmaringer Stadtführer von Kuhn, Werner (Hg): Sigmaringen. Ein historischer Führer, Sigmaringen, 2. Aufl. 2003) finden sich einige interessante Hinweise zur Schulgeschichte.

B: Texte und Quellen  zu einzelnen Themenbereichen:.

Zur Schulgründung: Sammlung der Gesetze und Verordnungen für das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen, Bd 1 1818-1820, Sigmaringen, 2. Aufl. 1845.

Zur Einführung des Abiturs: Verordnungs- und Anzeigeblatt für das Fürstenthum Hohenzollern-Sigmaringen, 1840.

Für die Zeit von 1840 - 1930:

Schulprogramme des fürstlichen/königlichen/staatlichen kath. Gymnasiums zu Hedingen/Sigmaringen aus den Jahren 1841-1933,ergänzt durch Berichte der Schulleitung an die vorgesetzte Behörde aus den Jahren 1940/41 und den 1950er-Jahren und  Unterlagen zur 100-Jahrfeier (1920). Diese Quellen lagern im sehr kleinen Schularchiv, das nicht mit Signaturen erfasst ist.

Schunck, Egon: Erinnerungen an Sigmaringen und die Sigmaringer, in: Hohenzollerische Heimat 30, 1980, S. 2-3.

Kuhn-Refus, Maren: Die Schülerselbstverwaltungen am Staatlichen Gymnasium in Sigmaringen 1918-1933. Eine Dokumentation, in: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte 13, 1977, S. 152-172.

Zum Kulturkampf am Hedinger Gymnasium: Einen Überblick bietet der spätere Freiburger Generalvikar Adolf Rösch: Der Kulturkampf in Hohenzollern, Freiburger Diözesan-Archiv 43, 1915, S. 1-126. Wahrscheinlich zum 50. Todestag von Direktor Dr. Roman Stelzer im Jahr 1929 entstand der Text des Hechinger Postmeister und Rechnungsrat  Roman Sauter: Dr. Roman Stelzer. Direktor des Gymnasiums zu Hedingen (Sigmaringen) 1849-1876.. Vermutlich ist dieser Bericht, der nur in Teilen im Schularchiv erhalten ist, für eine (geplante?) Festschrift verfasst worden. Nur bibliographisch erfasst, aber nicht ausgewertet wurde der Artikel  Dr. Roman Stelzer, ein preußisches Kulturkampf-Opfer aus Hohenzollern, in: Historisch-politische Blätter CIV, München 1889.

Zum Neubau 1893: Das Königliche Gymnasium in Sigmaringen, in: Centralblatt der Bauverwaltung, hg. im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, XIII. Jahrgang, Nr. 10, Berlin, 11.03.1893, S. 101-102. Die Baupläne können im Internet eingesehen werden auf den Seiten des Architekturmuseums der TU Berlin unter
http://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=61&D1=N.N.&D2=&D3=Gymnasium%2C+Sigmaringen (Stand: 12.1.2013).

Zu Hildegard Wegscheider:  Wegscheider, Hildegard: Weite Welt im engen Spiegel, Berlin 1953 und  Koop, Stephan: Hildegard Wegscheider und ihre Schule, Werte für ein selbst bestimmtes Europa, Norderstedt 2009.

Zum Schulorchester:  H. Burkarth: Orchester des Gymnasiums Hedingen 1910, in: Hohenzollerische Heimat 38, 1988, S. 1 (mit Foto).
zugänglich im Internet auf www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de

Martin G. Hoffmann: Scharfschießen mit Haubitzen - ein ungewöhnlicher Schulausflug des Gymnasiums Sigmaringen, in: Hohenzollerische Heimat 65, 2015, S. 55-57.

Für die Zeit von 1933-1945 wurde neben den Informationen von Ernst Wagner auch die Erinnerungen des ehemaligen Schülers Dittus, Erich: Weisse Felsen - bunte Wälder, Eine Jugend in Oberschwaben, o.O., 2010, die Ansprache zum 50. Jahrestag des ersten Nachkriegsabiturs von Ekkehard Melk (3.8.1996), (masch. Manuskript) die Lebenserinnerungen von Widmaier, Wolfgang: Spiel und Ernst, Meßkirch 2012, sowie die Festschrift zum 100. Geburtstag des ehemaligen Sigmaringer Religionslehrers Hubert von Lassaulx (Hoch, Wilhelm u.a.: Hubert von Lassaulx 1887-1955, Festschrift ehemaliger Schüler und Freunde anlässlich seines 100. Geburtstages, Sigmaringen 1987) herangezogen. Ebenso die Homepage der Arbeitsgemeinschaft "Alemannia Judaica" zum Thema Juden in Sigmaringen, http://www.alemannia-judaica.de/sigmaringen_juedgeschichte.htm, Stand 5.5.2011. sowie der Aufsatz von Kreisarchivar  Edwin Ernst Weber: Geraubte Heimat; zum bitteren Schicksal der jüdischen Familie Frank aus Sigmaringen in der NS-Zeit, Sonderdruck aus Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte Bd 46/2010.

Eine wichtige Quelle für die jüngste Zeit sind die Jahrbücher des HZG, die seit 2001 erscheinen.

C. Sonstige Quellen / Literatur:

Wie im Text oben bereits bemerkt, sind für die Zeit von 1818 bis ca. 1925 viele Quellen erforscht. Daneben existieren noch weitere Quellenüberlieferungen im Staatsarchiv Sigmaringen, die bisher nur teilweise, manchmal auch gar nicht ausgewertet wurden. Dies gilt vor allem für die Zeit von 1933-1945, aber auch danach. Teilweise unterliegen die Unterlagen wegen persönlicher Daten noch einer Sperrfrist. Bei den Arbeiten zu dieser Chronik konnte ich folgende Quellenbestände im Staatsarchiv Sigmaringen recherchieren:

Akten und Schriftverkehr des Provinzial-Schulkollegium Koblenz betreffend das Gymnasium Hedingen-Sigmaringen 1818-1947 im Bestand Ho 338 T 1, Nr....

Die Aktenüberlieferung der Schule einschließlich aller Schulprogramme befindet unter  Ho 339 A T 1 Nr..., die des Gymnasialverwaltungsrates unter der Signatur Ho 339 B T 1 Nr....

In den Unterlagen der Preußischen Regierung für die Hohenzollerischen Lande finden sich auch Dokumente, die das Gymnasium betreffen (Ho 193 T 1 Nr. 539 / Ho 197NVA II 12733 / Ho 201 T 1 Nr 825 / Ho 234 T 1, Nr. 111 und Nr. 143 / Ho 235 T 3, Nr 500-501 /  Ho 235 T 26-28 , Nr. 135-139;  Nr. 146; Nr. 155 /  Ho 235 T 44 Nr. 692)

Im Stadtarchiv Sigmaringen, das ebenfalls im Staatsarchiv gelagert ist, findet sich im Nachlass Franz Keller (Dep. 1 T 6-7, Nr. 21) eine Sammlung von Dokumenten zum Gymnasium in Sigmaringen.

In den Unterlagen der Preußischen Regierung für die Hohenzollerischen Lande, Abt. I, Sekt. XI Schulwesen finden sich auch Hinweise auf das Hedinger Gymnasium: Ho 235, T 26-28 und Ho235 T3

In den Entnazifizierungsakten des Staatskommissariats für politische Säuberung finden sich Unterlagen zu Direktor Thiesen (Wü 13 T 2 Nr. 1938/012 und Wü 13 T 2 Nr. 2682/085) und Direktor Braitsch (Wü 13 T 2 Nr. 1938/003); vermutlich finden sich dort auch Unterlagen der übrigen Lehrer.

In den Akten des Staatlichen Hochbauamtes Ravensburg finden sich Unterlagen zum Bauunterhalt und zum Erweiterungsbau des Schulgebäudes in der Hedinger Straße aus der Zeit von 1954-1972 unter Wü 128/6 T 1-2, Nr. 151-159 und Nr. 190-191.

Im Nachlass des Sigmaringer Oberstudienrates Anton Haas, das im Staatsarchiv Sigmaringen verwahrt ist, finden sich Unterlagen und Fotos zum Gymnasium: N 1/65 Nr. 5-16 und L 2 Nr. 2/51.

In den Akten der "Geheimen Konferenz" der fürstlichen Regierung gibt es Unterlagen zur Schwimmschule an der Donau (1841): Ho 83 T 1.

Im Landeshauptarchiv Koblenz liegen die Akten des Provinzialschulkollegiums Koblenz.

Im dortigen Bestand 405 , 04.02.80.01 finden sich die Akten betreffend das Gymnasium Sigmaringen (früher Hedingen) (Insgesamt 26 Sachakten).

Folgende Chronik wurde von Dr. Maren Kuhn-Refuß (Archivdirektorin des Staatsarchivs Sigmaringen +1993) für die Festschrift 1975 verfasst;

die Daten nach 1975 wurden von Martin G. Hoffmann ergänzt.

18. Februar 1812 Fürst Alois v. Hohenzollern-Sigmaringen stiftet wegen des Priestermangels einen Stipendienfonds für studierende Jünglinge, die sich dem Weltpriesterstand wid men wollen.
2. Oktober 1818 Die fürstliche Regierung kündigt zum kommenden Schuljahr die Eröffnung einer aus den Mitteln des Stipendienfonds finanzierten "lateinischen Schule" in den Gebäuden des 1803 säkularisierten ehemaligen Dominikanerinnen-, seit 1624 Franziskanerklosters Hedingen bei Sigmaringen an.
24. November 1818 Eröffnung der Schule mit 25 Schülern in vier Gymnasialklassen, die 1819 um zwei Klassen vermehrt werden. Die Schüler wohnen entweder im Gymnasialgebäude selbst, wo sie auch Verpflegung erhalten können, oder bei Sigmaringer Kostfamilien. Die vorgesetzte Behörde der Schule ist die Fürstliche Regierung.
1818-1824 Erster Rektor ist Fidelis Engel, Stadtpfarrer in Sigmaringen und Geistlicher Regierungsrat.
1824 Umwandlung in ein Progymnasium mit vier einjährigen Klassen, weil die Leistungen der Schule nicht genügen und die Zahl der Schüler gering ist.
1824-1826 Rektor Maximilian Herz, Stadtpfarrer in Sigmaringen.
20. Mai 1825 Fürst Anton Alois schenkt dem Gymnasium die Klosterkirche und einen Teil der Klostergebäude in Hedingen.
1825/1826 In diesem Schuljahr wird erstmals Zeichnen und Schönschreiben unterrichtet, in den folgenden Jahren aber nicht ständig gegeben.
1826-1844 Geistlicher Regierungsrat Engel wird wieder Rektor
9. Februar 1826 Die fürstliche Regierung genehmigt die von Rektor und beiden Lehrern des Gymnasiums 1825 entworfenen ersten Statuten.
1827 Einführung des Gesangsunterrichts.
25. Januar  1827 Auf Antrag des Rektors verbietet die Regierung den Schülern den Besuch von Wirtschaften und Theatern.
1834 Das Gymnasium wird von nur neun Schülern besucht.
1837 Überprüfung der Schule durch Präfekt Lender vom Lyceum
in Konstanz auf Wunsch der fürstlichen Regierung, um seine Leistungsfähigkeit festzustellen.
Französisch wird nach langer Unterbrechung als Lehrfach wieder aufgenommen, Schreiben, Zeichnen und Gesang werden als reguläre Fächer eingeführt.
1838 Nach Einrichtung eines kleinen Turnplatzes wird Turnen in den Unterrichtsplan aufgenommen.
3. November  1838 Die Regierung führt für die Schüler aus Sigmaringen, Gorheim, Hedingen und Laiz, die zu Hause wohnen und essen können, ein Schulgeld von 8 Gulden für das Schulhalbjahr ein.
6. September  1839 Genehmigung einer dritten Lehrerstelle, um zunächst eine 5. Klasse angliedern zu können. Die Einrichtung einer 6. und 7. Klasse und damit der Ausbau der Schule zu einer Vollanstalt, die das Abitur abnehmen kann, wird geplant.
Einrichtung eines dritten Klassenzimmers. Die Anstalt wird von 31 Schülern besucht.
15. Juli  1840 Fürst Karl v. Hohenzollern-Sigmaringen führt am Gymnasium das Abitur ein, das von allen Untertanen abgelegt werden muss, die in den sigmaringischen Staatsdienst eintreten wollen.
Die erste Maturitätsprüfung mit externen Abiturienten findet Ende Oktober 1840 statt.
1840/1841 Zu Beginn des Schuljahres wird die Schule um eine 6. und 7. Klasse erweitert. Damit ist die Anstalt voll ausgebaut. Gleichzeitig wird ein neuer vom Lyceumsdirektor Loreye von Rastatt entworfener Lehrplan eingeführt und Hebräisch in den beiden obersten Klassen unterrichtet (bis 1846).
Zur Behebung der Raumnot schenkt Fürst Karl der Schule den bis dahin noch in seinem Besitz befindlichen Ostflügel des Klosters Hedingen.
20. September 1841 Erlass neuer, nach dem Vorbild der Schulgesetze des Lyceums in Konstanz und des Gymnasiums in Dillingen zusammengestellter Statuten.
1. November 1841 Gründung der Realschule in den Gebäuden des Gymnasiums aufgrund des Beschlusses der fürstlichen Geheimen Konferenz vom 26. Juni 1840. Zunächst wird die Schule mit nur einer Klasse eröffnet, jedoch kommt in jedem Schuljahr eine weitere Klasse hinzu, so daß die Realschule seit Herbst 1844 als vierklassige Schule voll ausgebaut besteht.
26. November 1841 Das Schulgeld wird für die in Sigmaringen wohnenden Schüler der ersten zwei Klassen des Gymnasiums auf 12 Gulden pro Schuljahr, für die übrigen Klassen auf 16 Gulden festgesetzt. Die Realschüler sind vom Schulgeld befreit.
1843 Nach Eröffnung einer militärischen Schwimmanstalt in der Donau wird am Gymnasium Schwimmunterricht eingeführt. 1851 geht diese Schwimmanstalt in das Eigentum der Schule über.
1844-1846 Provisorischer Rektor Dr. Josef Rauch.
1844 Einrichtung einer Gymnasialbibliothek, die 1868 über 8000 Titel (darunter 5800 Jahresberichte von Gymnasien und Universitäten) besitzt.
20. Februar  1845 In der Landesregierung des Fürstentums wird eine besondere Aufsichtsbehörde für die höheren Schulanstalten unter der Bezeichnung "Landesregierung, Abteilung für Schulwesen" geschaffen.
1846-1847 Verwalter der Rektorenstelle ist der Geheime Referendär und Hofgerichtsrat Anton v. Sallwürk.
1847-1848 Rektor Bartholomäus Mayer, Stadtpfarrer in Trochtelfingen.
Ostern 1848 Prof. Dr. Roman Stelzer wird mit der Führung der Rektoratsgeschäfte auf unbestimmte Zeit beauftragt und 1849 zum Rektor ernannt.
1848/1849 Die bürgerlich-liberale Revolution in Sigmaringen hat kaum erkennbare Auswirkungen auf die Schule. Lediglich die Bedeutung der Unterrichtsfächer Deutsch und Geschichte wird verstärkt hervorgehoben.
1850 Die Ereignisse der Jahre 1848/1849 veranlassen unter anderen Beweggründen den Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und seinen Hechinger Verwandten Fürst Friedrich Wilhelm Constantin, die Souveränität der beiden Fürstentümer an den Verwandten König Friedrich Wilhelm IV. v. Preußen abzutreten. Am 27. Februar 1850 dankt der Fürst von Hohenzollern-Hechingen, am 6. April der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen ab, am 12. März verkündet der König von Preußen die Besitzergreifung beider Länder und ihre Eingliederung in den preußichen Staatsverband und erklärt die preußische Verfassung für eingeführt.
1. Oktober
Das Preußische Kultusministerium verfügt die Aufhebung der Realschule. Seit 1853 ist die Hedinger Schule wieder ausschließlich Gymnasium
1850/1851 Zu Beginn des Schuljahrs wird Physik in den Lehrplan aufgenommen.
30 Juni bis 2. Juni 1851 Überprüfung des Gymnasiums und der Realschule durch den preußischen Kommissar Dr. Theodor Brüggemann.
24. November 1851 Das Kultusministerium verfügt die Reorganisation des Gymnasiums: Einführung eines 8. Schuljahrs, Einteilung des gesamten 8-Jährigen Lehrkurses in sechs Klassen, wovon die beiden oberen 2-jährig sind. Lehrstoff und Unterrichtsfächer bleiben zunächst nahezu unberührt.
7.Januar 1852 Durch preußische Kabinettsorder wird die Schule im Verwaltungsbezirk des Provinzialschulkollegiums der Rheinprovinz in Koblenz zugeteilt. Diese vorgesetzte Behörde lässt im November die Schule durch den Kommissar für katholische Gymnasien, Dr. Lucas, überprüfen.
Einführung der preußischen Abitursordnung von 1834, nach der noch im selben Jahr das erste Abitur abgenommen wird.
1853 Neuer Name für die Schule: Königliches katholisches Gymnasium zu Hedingen
22. März 1853 Einsetzung des Gymnasialverwaltungsrates zur Verwaltung des Vermögens und Einkommens der Schule.
22. August 1853 Das Regierungspräsidium in Sigmaringen erhält aufgrund eines Erlasses des Kultusministeriums die Mitaufsicht über das Gymnasium
1854 Mit einer Bücherschenkung des Provinzialschulrates Dr. Lucas wird eine eigene, von der Gymnasialbibliothek getrennte Schülerbücherei gegründet, die durch Beiträge der Schüler, Geschenke und auf Kosten der Gymnasialklasse jährlich erweitert wird und 1868   760 Bände aufweist.
Ostern 1854 Ausdehnung des Schulgeldes auf alle Schüler
1854/1855 Einführung des allg. Lehrplanes der Preußischen Gymnasien mit Beginn des Schuljahres. Griechisch beginnt in Quarta (heute Klasse 7), Französisch in Quinta (Kl. 6) Hebräisch in Tertia (Kl. 9); seit 1855 wird letzteres nur in Obersekunda und Prima (Kl. 10 bis 12) unterrichtet.
5. Oktober 1856
Pfarrer Geiselhart bezieht mit 11 Schülern des Gymnasiums das 1855 gekaufte Fidelishaus. Dieses "Seminarium Fidelis" wird 1857 vom Erzbischof v. Freiburg als offizielles kirchliches Institut zur Heranbildung des Priesternachwuchses unter dem Namen "Erzbischöfliches Knabenseminar für Hohenzollern" anerkannt und erhielt 1859 auch die Staatliche Bestätigung.
1856/1857 Einführung eines endgültigen, vom Kultusministerium vorgeschriebenen Lehrplanes bei Beginn des Schuljahres.
31. Oktober 1860 Kommissarische Anstellung des ersten evangelischen Religionslehres E. Junck, Pfarrer in Sigmaringen
1862 Das Gymnasium besitzt acht Lehrer, den evangelischen Religionslehrer und zwei technische Hilfslehrer.
27. September 1864 Erhöhung des Schulgeldes auf 30 Gulden für die Schüler der oberen Klassen, 28 Gulden in den mittleren und 24 Gulden in den unteren
25. bis 28. August 1868 Feier des fünfzigjährigen Jubiläums mit dreitägigen Festlichkeiten und der Pflanzung einer Linde auf dem Schulunterplatz.
1871 Gründung des Deutschen Reiches. Die Schülerzahl steigt auf fast 200 an.
29. Februar 1872 Laut Ministerialerlaß im Verlauf des Kulturkampfes wird die Befreiung der Schüler der höheren Schulen vom Religionsunterricht erlaubt. Religion bleibt aber Prüfungsfach im Abitur.
Das Provinzialschulkollegium rügt die regierungsfeindliche Haltung eines Großteiles des Lehrerkollegiums des Gymnasium Hedingen.
1873 Das Fideliskonvikt darf keine neuen Schüler mehr aufnehmen.
April 1875 Gymnasiallehrer Maier wird aufgrund gerichtlicher Anklage wegen einer Predigt vom Amt suspendiert und im Juni 1876 entlassen.
Ostern 1876 Direktor Dr. Stelzer tritt im Alter von 56 Jahren freiwillig in den Ruhestand und kommt damit seiner schon 1875 angekündigten Versetzung zu Ostern 1876 zuvor. Seine Haltung in den Auseinandersetzungen des Staates mit der katholischen Kirche gilt als nicht zufriedenstellend.
1876-1883 Direktor G. Syrée.
1883-1885 Direktor Dr. Buschmann.
1884 Die Schule wird nur noch von 84 Schülern besucht. Als Gründe werden genannt das hohe Schulgeld, das Fehlen eines Konvikts, der unbefriedigende Unterricht und die Vernachlässigung des religiösen und kirchlichen Lebens in der Schule.
1. April 1884 Auf Anordnung des preußischen Kultusministeriums wird der Name der Schule in Königliches katholisches Gymnasium zu Sigmaringen geändert.
1885-1903 Direktor Dr. Johann Baptist Eberhard
1886 Aufgrund des 1. Friedensgesetzes im Kulturkampf vom 21. Mai 1886 wird das Fideliskonvikt wiedereröffnet.
19. Mai 1891 Das Kultusministerium verfügt den sofortigen Beginn der Bauarbeiten für den Neubau des Gymnasiums, weil das Hedinger Klostergebäude schon stark verfallen, die Wasserversorgung durch den Friedhof gesundheitsschädlich und die Klassenräume zu niedrig sind.
1892 Englisch wird als ordentliches Lehrfach von der Obersekunda an wahlfrei eingeführt.
25. September 1893 Einzug in den Neubau und Einweihungsfeier
1894 (Anm: Korr: 1895 lt. Jahresprogramm der Schule) Als erstes Mädchen macht eine Gastschülerin das Abitur. (Anm: Hildegard Wegscheider /geb. Ziegler aus Breslau)
1901 Festsetzung neuer Lehrpläne.
1903 - 1908 Direktor Dr. Egon Schunck.
Das Gymnasium wird von 167 Schüler besucht.
1905 Oberlehrer Wansleben gründet das Schulorchester.
16. Mai 1907 Fünfzigjähriges Jubiläum des Fideliskonvikts.
1908 - 1923 Direktor Franz Hester
1910 Durch Teilung der Prima wird die Schule endgültig neunjährig. Einführung der Kurzstunde.
1914 - 1918 Erster Weltkrieg. Zehn Lehrer und viele Schüler - der jüngste Freiwillige ist noch keine 15 Jahre alt - treten in das Heer ein.
30. August 1916 Neue Bestimmungen für die Aufnahmeprüfungen an höheren Schulen.
10. November 1918 Ausrufung der Republik.
Die Schule heißt von nun an "Staatliches katholisches Gymnasium zu Sigmaringen".
11. März 1919 Einführung des Elternbeirats aufgrund der vom Kultusministerium 1918 erlassenen Satzung. Die erste Sitzung in Sigmaringen findet kurz nach Ostern statt.
2.- 6. August 1920 Feier des hundertjährigen Jubiläums, die 1918 wegen des Krieges verschoben worden war.
22. Oktober 1921 Erste Wahlen zur Schülerselbstverwaltung aufgrund des Erlasses des Kultusministeriums von 1920. Gewählt werden in jeder Klasse ein Sprecher und ein Stellvertreter sowie Klassenämter. Am 9. November konstituiert sich der Schülerausschuss der Schule.
Am 1. Advent gründet der Studienrat Dr. Waldner den Bund katholischer Schüler höherer Lehranstalten "Neudeutschland".
1923-1928 Studiendirektor Dr. Paul Fischer.
1924 Aufnahme eines Mädchens in die Sexta (unterste Klasse).
1925/26 Durchführung der Richertschen Schulreform, durch die das Gymnasium unter Beschneidung des Latein- und Mathematikunterrichts in eine sogenannte altsprachliche Schule umgewandelt wird.
1928-1932 Direktor Dr. Alfons Kurfeß.
1928 Gründung des Hedinger Bundes, eines Vereins ehemaliger Schüler und Freunde des Gymnasiums.
1932-1945 Direktor Albert Thiesen.
30. Januar 1933 Machtübernahme Hitlers.
Mai 1933 Einzug des Konvikts in seinen Neubau. Während des Krieges war es lange Zeit Lazarett.
9. Dezember 1933 Einführung des "Führerprinzips" am Gymnasium, das der Lehrerkonfernz nur noch beratende Funktion beläßt.
1935 Über 90 Prozent aller Schüler gehören der Hitlerjugend und anderen nationalsozialistischen Jugendorganisationen an.
Ostern 1937 Umwandlung in eine neusprachliche "Oberschule für Jungen", die mit Sondergenehmigung auch Mädchen aufnimmt. Griechisch wird abgeschafft, Englisch von Klasse I an unterrichtet. Die Schulzeit wird auf acht Jahre reduziert.
1939-1945 Zweiter Weltkrieg.
1941 Das Konvikt muss dem staatlichen Direktor unterstellt werden.
1943 Schüler und Schülerinnen der Geburtsjahrgäng bis 1926/27 bzw. 1925 werden als Luftwaffenhelfer im Raum Stuttgart eingesetzt.
1945-1950 Direktor Karl Braitsch.
1945, April Hohenzollern wird französische Besatzungszone.
Herbst 1945 Wiedereröffnung der Schulen. Die Sigmaringer Oberschule mit 241 Schülern wird allmählich wieder in ein humanistisches Gymnasium umgewandelt.
25. Januar 1946 Anerkennung als humanistisches Gymnasium in Entwicklung.
Herbst 1946 Wiedereinführung der 9. Klasse (heute Klasse 13).
Später Einführung eines neusprachlichen bzw. realgymnasialen Zuges.
25. Februar 1947 Der Staat Preußen wird von alliierten Siegermächten aufgelöst.
18. Mai 1947 Durch die Annahme der Verfassung in einer Volksabstimmung entsteht das Land Württemberg-Hohenzollern. Das Staatliche Gymnasium wird nicht wie üblich von der Stadt, sondern vom Land finanziert.
Oktober 1948 Gründung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Kolloquiums durch Lehrer und Schüler das Gymnasiums.
1950-1952 Direktor Albert Thiesen
25. April 1952 Zusammentritt der ersten vorläufig gegründeten Regierung Baden-Württemberg, in der Württemberg-Hohenzollern aufgeht.
1953-1958 Direktor Dr.Roman Hingher
1954 Einführung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Zuges
1955 Neugründung des Hedinger Bundes
1958-1974 Direktor Fritz Haege
1961 Einweihung des seit 1929 immer wieder ins Auge gefassten, seit Amtszeit Direktor Hinghers geplanten Erweiterungsbaus. Die Schule hat 513 Schüler.
1968 Feier des 150 Jährigen Jubiläums.
1971 Einweihung des provisorischen Erweiterungsbaues.
1974 Direktor Rainer Salzmann.
1975 Mit Beginn des neuen Schuljahres wird das Gymnasium städtisch, erhält den Namen Hohenzollern-Gymnasium und bezieht den Neubau auf dem Sandbühl. Die Schule wird von 960 Schülern besucht.
1976 Einführung des Musikprofils
1980 Das HZG hat über 1100 Schülerinnen und Schüler
1993 Feier des 175-jährigen Jubiläums
1996 Direktor Heribert Thiel
2003 Das Fidelis-Konvikt wird geschlossen.
2004 Einrichtung des mikrobiologischen Labors
2004 Mit Einführung des neuen Bildungsplans wird das HZG zu einem 8jährigen Gymnasium (G8)
2005 Das HZG ist die erste städtische Schule mit eigener Mensa  - mit Hilfe von Landeszuschüssen werden Computerräume und naturwissenschaftliche Räume ausgebaut und das Schulgelände "ganztagesfähig" gemacht.
2006 Direktorin Marlis Schmitt-Sickinger
2010 Das HZG wird "Ganztagesschule mit offenem Angebot"
2011 Einführung des Profilfach Spanisch
2015 Die 2. Fremdsprache beginnt erstmals in Kl. 6
2016 Direktor Martin G. Hoffmann

 

   

Termine  

Mo Jan 22, 2018 @14:00 -
9B Zeitungsprojekt
Di Jan 23, 2018 @14:00 -
Halbjahreskonferenzen
Mi Jan 24, 2018
Blutspendetag
Mi Jan 24, 2018 @14:00 -
Halbjahreskonferenzen
Do Jan 25, 2018 @07:45 -
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